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Am Mittwoch, 16. Oktober, um 19 Uhr eröffnet im Deutschen Medizinhistorischen Museum Ingolstadt die neue Sonderausstellung „scheintot. Über die Ungewissheit des Todes und die Angst, lebendig begraben zu werden“. Produziert wurde die Ausstellung vom Büro „h neun Berlin“. Nach Präsentationen in Kassel und Berlin ist sie nun erstmals in Süddeutschland zu sehen. Für Ingolstadt wurde die Ausstellungsarchitektur neu produziert und das Ganze durch Informationen zu den Verhältnissen im Königreich Bayern ergänzt.

Am Eröffnungsabend führen nach einem Grußwort des Kulturreferenten Gabriel Engert Museumsdirektorin Professor Marion Ruisinger, Raik Evert und Volker Böhm (beide Büro h neun, Berlin) in die Entstehung und den Inhalt der Ausstellung ein. Kurz gesagt, handelt sie von der Scheintot-Hysterie um 1800, die durch Ärzte eingeleitet, durch Schriftstellerinnen und Schriftsteller befeuert, durch findige Mechaniker vermarktet und durch Landesregierungen verwaltet wurde.

Zunächst begann um 1800 die Wissenschaft, die Eindeutigkeit des Todes in Zweifel zu ziehen. In ganz Europa hatten Menschen Angst davor, lebendig begraben zu werden – bald entstand eine regelrechte Hysterie um den „Scheintod“. Die Ausstellung zeigt, wie Ärzte und Naturwissenschaftler die Grenze von Leben und Tod neu zu bestimmen suchten. Sie führten ausgeklügelte Experimente mit Elektrizität durch und bauten mechanische Rettungsapparate für Grab und Sarg. In eigens errichteten Leichenhäusern wartete man so lange auf ein Lebenszeichen der aufgebahrten, bis Fäulnis Sicherheit über den Tod brachte.

(Stadt Ingolstadt)

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