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Das Herz eines Museums ist für die Besucher normalerweise unsichtbar: das Depot. Hier wird die Sammlung aufbewahrt, die dem Museum seine thematische Ausrichtung gibt. Das Depot ist daher auch kein einfaches Lager, sondern ein vielseitiger Wissensspeicher, der die Grundlage für die Erarbeitung von Ausstellungen oder die Beforschung neuer Fragestellungen bildet. Um die Sammlungsobjekte „gesund“ zu erhalten und für zukünftige Generationen zu bewahren, benötigt es viel Wissen und gezielte Vorbeugemaßnahmen. Denn auch im Depot gilt: „Vorbeugen ist besser als Heilen“.

„Wir möchten in Zukunft diesen zentralen Arbeitsbereich unseres Museums mehr in die öffentliche Wahrnehmung rücken“, so Museumsdirektorin Marion Ruisinger. „Deswegen gehen wir jetzt mit einem neuen Veranstaltungsschwerpunkt an den Start.“ Unter dem Titel „Fokus Depot“ werden in Zukunft regelmäßig öffentliche Führungen durch die beiden Museumsdepots angeboten. Ergänzend dazu sind „Autopsie-Abende“ geplant, bei denen Restauratoren einzelne Objekte aus der Museumssammlung vorstellen, die von ihnen bearbeitet worden sind.

Die ersten beiden Depotführungen finden am 21. und 22. August statt

Den Anfang macht der Besuch des Außendepots in der Stauffenbergstraße 11 am Mittwoch, 21. August, um 17 Uhr. Sammlungsleiter Dr. Alois Unterkircher schärft beim Gang durch den rund achthundert Quadratmeter großen Sammlungsraum den Blick der Teilnehmer/-innen für Fragen des Raumklimas, für die unterschiedlichen Anforderungen der diversen Materialien und für Probleme bei der Lagerung. Es gibt aber auch Bereiche, in denen die Situation bereits mustergültig ist: So wurden mit Unterstützung der Sparkasse Ingolstadt Eichstätt die Rollstühle und die Prothesen letztes Jahr professionell gereinigt, umgelagert und mit staubdichten Hussen versehen bzw. in säurefreie Spezialkartons verpackt. Bei dem Depotbesuch können somit best-practice-Beispiele und Bereiche mit dringendem Handlungsbedarf verglichen und diskutiert werden.
Die Führung beginnt auf dem Gelände vor dem Depot. Parkplätze sind reichlich vorhanden. Wer mit dem Bus kommt, kann das Depot von der Bushaltestelle am Brückenkopf aus in wenigen Minuten zu Fuß erreichen.

Am Donnerstag, 22. August, um 15 Uhr stellt Marion Ruisinger das Depot im Neubau des Deutschen Medizinhistorischen Museums vor. Dieses Depot ist mit rund 85 Quadratmetern zwar nicht sehr groß, bietet durch die Rollregalanlage und die Gemäldegitter aber reichlich Platz für kleinere Objekte, Graphiken, Fotos, Ölgemälde u.a. Objektgruppen. Zudem ist es das modernste Depot der Ingolstädter Museumssammlungen und hat damit auch einen gewissen Vorbildcharakter für weitere Depotplanungen.
Marion Ruisinger erläutert bei dieser Führung auch den „Weg des Objektes ins Depot” – denn die eigentliche Arbeit an den Objekten findet nicht im Depot selbst statt, sondern in einem vorgeschalteten Raum, hausintern auch als „Objektschleuse” bekannt. Hier wird jeder Neuzugang zuerst ausgepackt, begutachtet, gereinigt, vermessen, gewogen, fotografiert und in einer Datenbank inventarisiert, bevor er – archivgerecht verpackt – in das Depot eingebracht werden kann.

An den Depotführungen kann nur nach vorheriger Anmeldung teilgenommen werden. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl empfiehlt sich eine baldige Anmeldung – direkt vor Ort an der Museumskasse, telefonisch unter 0841 305-2860 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Die Führungen dauern jeweils 60 Minuten. Die Führungsgebühr von 3 Euro sollte bei der Führung durch das Außendepot passend bereitgehalten werden.

(Stadt Ingolstadt)

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